Fokus liegt auf der Holzverwendung

Zu den ersten „Praxistagen Holz“ haben fünf Unternehmen aus der „Holzkompetenzregion Südschwarzwald“ und das Biosphärengebiet Schwarzwald am Donnerstag und Freitag in das Haus des Gastes eingeladen. Das Motto lautete „Zukunft gestalten mit Holz“. Rund 130 Studierende aus allen Bereichen des Holzbaus, sowie Expertinnen und Experten aus ganz Deutschland und Österreich waren gekommen.

Viel gab es an den beiden Tagen für die Auszubildenden, Studierenden und Lehrenden aus dem Bereich Holzbau, Architektur und Innenarchitektur aus den beiden Ländern zu erleben und zu erfahren: Es gab Fachvorträge, Besichtigungen bei den fünf beteiligten Unternehmen, Workshops in kleineren Gruppen sowie kompakte Informationen zur „Holzbau-Offensive Baden-Württemberg“, zum Verein „Bauwerk Schwarzwald“ sowie zu innovativen Projekten vor. Im kommenden Jahr soll es außerdem eine Sommerakademie sowie verstärkte, gemeinsame inhaltliche Aktivitäten als „Holzkompetenz Südschwarzwald“ geben, hieß es.

Traditionell sei die Kompetenz im Bereich des Holzbaus und Holz-Innenausbaus im Landkreis Waldshut groß, sagte Landrat Martin Kistler in seinem Grußwort. Gemeinsam mit dem Biosphärengebiet Schwarzwald und hochrangigen Unternehmen solle diese Kompetenz weiter ausgebaut und nach außen stärker sichtbar gemacht werden. Die Praxistage Holz seien dazu erste Leuchtturm-Projekte, denen im nächsten Jahren weitere folgen werden, kündigte er an.

Im Biosphärengebiet Schwarzwald, einer international anerkannten Modellregion für nachhaltige Entwicklung, liege es nahe, nachwachsende Rohstoffe direkt an der Quelle der Herkunft zu nutzen, sagte Walter Klemkes, Geschäftsführer des Biosphärengebietes, in einem Pressegespräch.

Das Biosphärengebiet Schwarzwald komme seiner Aufgabe nach, zukunftsträchtige Modellprojekte in klimafreundlicher Weise zu entwickeln. Die Vorteile der CO2-Speicherung durch Holz müsse stärker in den Focus gerückt werden. Zukünftig müsse die junge Generation dafür begeistert werden, in die verschiedenen Arten der Holzfertigung einzusteigen, betonte er.

In eine Diskussionsrunde wurde von den anwesenden Firmenvertretern auf das Nachwuchsproblem hingewiesen. Es fehlten Mitarbeiter in allen Bereichen, vom Tischler bis zum Zimmermann, vom Architekten bis zum Ingenieur. Vorteil solcher Holztage sei es, den Teilnehmern aus den verschiedensten Branchen die Holzkompetenz im Südschwarzwald direkt vor Augen zu führen.

Der Mittelstand müsse von der Politik gestärkt werden, hieß es. Die bestehenden KfW-Förderprogramme müssten stärker für Holzbauten Anwendung finden. Noch immer werden mehrgeschossige Holzhäuser als Unikate eingestuft. Ihr Anteil liege bei nur drei Prozent. Die bestehenden Förderungen müssten zielgerichteter eingesetzt werden, denn das Bauen mit Holz sei genauso sicher wie mit Stahl und Beton, betonten Unternehmensvertreter.

Auch müsse ein Umdenken bei der Klimaneutralität erfolgen. Acht Prozent der weltweiten CO2-Immissionen seien auf die Zementindustrie zurückzuführen, während der Holzbau den CO2-Ausstoß reduziere und dem Klimawandel Luft verschaffe.

Als Holzkompetenz Südschwarzwald bezeichnet sich der Zusammenschluss regionaler Unternehmen aus dem Landkreis Waldshut, der sich gemeinsam für die Entwicklung dieser Branche einsetzen möchten. Dazu gehören das Bernauer Unternehmen Holzbau Bruno Kaiser, das Unternehmen Baur WohnFaszination aus Höchenschwand und Bernau, die Weilheimer Unternehmen Holzbau Amann und Lignotrend und Gutex Holzfaserplattenwerk aus Waldshut-Tiengen.